Rubondo-INSEL-Nationalpark

Ein Fischadlerpaar bewacht die sanfte Bucht, das auffallende Muster ihres schwarz-weiß-kastanienbraunen Federkleids glänzt kräftig in der Morgensonne. Plötzlich werfen sie gleichzeitig ihre Köpfe zurück und ein Schrei durchdringt die Luft. Auf der Sandbank darunter schrickt ein riesiges, wohl genährtes Krokodil aus seinem Schlummer, stürmt durchs trockene Unterholz und kracht vor dem Boot ins Wasser. Einen Moment später sehen wir nur noch sein wachsames Augenpaar, das drohend unseren Bewegungen folgt.

Die Insel Rubondo liegt in der südwestlichen Ecke des sich zwischen Tansania, Uganda und Kenia ausbreitenden Victoriasees, des zweitgrößten Sees der Welt. Rubondo und die zu ihr gehörenden neun kleineren Inseln schützen kostbare Fischlaichgründe. Wohlschmeckende Tilapia sind die Hauptnahrung der gelb-fleckigen Otter, die in den felsigen Buchten der Insel herumjagen, während der räuberische Nilbarsch, der über 100 kg wiegen kann, eine lockende Herausforderung für weltrekordverdächtige Fänge suchende Sportangler ist.

Aber Rubondo ist mehr als nur ein Wasserwunderland. Einsame Sandstrände schmiegen sich an unberührte Wälder, in denen der gefleckte Buschbock sich flink und leise einen Weg sucht durch das Labyrinth aus Tamarinden, wilden Palmen und pfahlwurzelumrankten Wildfeigenbäumen. Die zottelige, am Wasser lebende Sitatunga, andernorts die scheueste aller Antilopen, kann hier bemerkenswert einfach beobachtet werden, nicht nur in ihrem typischen Lebensraum, den Papyrussümpfen, sondern auch im Inneren des Waldes.

Vögel sind allgegenwärtig. Schwärme von Afrikanischen Graupapageien, die auf der Insel ausgesetzt wurden, nachdem man sie bei illegalen Exporteuren beschlagnahmt hatte, veranstalten ein komisch unharmonisches Gekreisch, während sie wild zwischen den Bäumen hin und her flattern. Das strahlende Himmelblau eines tief im Schilf sitzenden Zwerghaubenfischers misst sich mit dem schillernden wallenden Schwanz eines Paradiesschnäppers, der durch den Wald am Seeufer schießt. Reiher, Störche und Löffler brüten zahlreich in den sumpfigen Uferzonen. Zu ihnen gesellen sich jedes Jahr Tausende von eurasischen Zugvögeln. Im Wald, aus dem ein geheimnisvolles Bankett von Düften strömt, wachsen wilder Jasmin und 40 verschiedene Orchideenarten.

Neunzig Prozent des Parks sind Feuchtwald, sonst findet man vor allem offenes Grasland und am See gelegene Papyruswäldchen. Einheimische Säugetiere - Flusspferde, Grüne Meerkatzen, Ginsterkatzen und Mangusten - teilen ihren geschützten Lebensraum mit angesiedelten Arten wie Schimpansen, schwarzweißen Colobus-Affen, Elefanten und Giraffen, die alle aus Rubondos Abgeschiedenheit Nutzen ziehen.

Größe 240 qkm

Lage Nordwest-Tansania, 150 km westlich von Mwanza.

Anreise Während der Hochsaison Linienflüge ab Arusha, Lake Manyara, der Serengeti und Mwanza. Außerhalb der Hochsaison nur Charterflüge. Mit dem Auto von Mwanza bis zum See, dann im Boot übersetzen. Näheres über die Anreise erfahren Sie bei der Parkverwaltung.

Unternehmungen Safariwanderungen, Bootsausflüge, Sportangeln, Schimpansentouren; in Planung: Kanuausflüge.

Beste Reisezeit Trockenzeit (Juni–August). Die Regenzeit (November–März) lohnt sich wegen der Wildblumen und Schmetterlinge. Von Dezember bis Februar kann man viele Zugvögel beobachten.

Unterkunft Ein Luxus Zeltcamp, Park-Bandas und ein Campingplatz.

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