die rolle der nationalparks

Die wichtigste Aufgabe von Tansanias Nationalparks ist der Naturschutz. Die 14 Parks, von denen viele das Herzstück eines weit umfangreicheren geschützten Ökosystems bilden, sind zu besonderen Lebensräumen erklärt worden, um das reiche Naturerbe des Landes zu schützen und um sichere Fortpflanzungsgebiete zu schaffen, wo Fauna und Flora gedeihen können und wo sie nicht durch die Ansprüche einer stetig wachsenden menschlichen Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das gegenwärtige Nationalparksystem schützt eine Anzahl international anerkannter Bastionen biologischer Vielfalt sowie Stätten, die von globalem Interesse sind (World Heritage sites), und schafft so einen Ausgleich für die Teile des Landes, die von Entwaldung, Landwirtschaft und Verstädterung betroffen sind. Die Erklärung von Saadani und Kitulo zu Nationalparks im Jahre 2002 hat diesem Netzwerk Küsten- und Gebirgslebensräume hinzugefügt, die zuvor einen weniger hohen Schutzgrad genossen. Tanzania National Parks (TANAPA) erwirbt gegenwärtig sogar noch mehr Land, um manche Parks zu erweitern und den Status anderer Gebiete zu erhöhen und so sichere Wildtier-Korridore zu schaffen, die für die jahreszeitlichen Wanderungen zwischen den geschützten Gebieten wichtig sind.

Indem Sie sich für einen Besuch Tansanias entscheiden, unterstützen Sie die außergewöhnlichen Investitionen eines Entwicklungslandes in die Zukunft. Trotz Bevölkerungsdrucks hat Tansania fast 42´000 Quadratkilometer seiner Fläche zu Nationalparks erklärt. Die Reservate, Naturschutzgebiete und Meeresparks eingerechnet, schützt Tansania auf die eine oder andere Art mehr als ein Drittel seines Territoriums - wesentlich mehr als die meisten der wohlhabenderen Nationen der Welt.

 

TOURISMUS

Der Tourismus bringt wertvolle Einnahmen, die für den Schutz und die Pflege der Nationalparks, die Erforschung der Natur sowie für die Bildung und den Lebensunterhalt der örtlichen Gemeinschaften eingesetzt werden. Zudem hilft der Tourismus mit, ein internationales Bewusstsein für die Belange des Naturschutzes zu schaffen, während die Anwesenheit von Besuchern den Parkaufsehern bei ihrer Aufgabe, die Tiere vor Wilderern zu schützen, hilft.

Andererseits haben wir von der TANAPA (Tanzania National Parks) jedoch der Versuchung widerstanden, auf den schnelle Gewinne versprechenden Massentourismus zu setzen. Im Bewusstsein unserer Verantwortung nicht nur gegenüber Tansania, sondern auch gegenüber der ganzen Welt, haben wir uns einem sanften, qualitativ hoch stehenden Tourismus verschrieben, der die Natur nicht aus dem Gleichgewicht bringt.

Aus diesen Grund haben unsere Parkwächter ein wachsames Auge auf das, was in den ihnen anvertrauten Gebieten geschieht. Die Entwicklung der Nationalparks unterliegt strengen Bestimmungen. Gebäude in den Parks müssen unauffällig sein, Abfall korrekt entsorgt werden. Besucher und Einrichtungen der Parks werden weit gestreut, damit die Tiere möglichst wenig gestört und die Natur so wenig als möglich von den Besuchern beeinträchtigt wird. So verzichtet man selbst in Tansanias beliebtestem Park, der Serengeti, auf einer Wildnisfläche von über 7’000 Quadratkilometern (beinahe der Hälfte des Parks) auf den Bau von Strassen.

 

DIE EINHEIMISCHE BEVÖLKERUNG

Die wertvollen Parks können jedoch nur erfolgreich geschützt werden, wenn die in der Nachbarschaft der Parks lebenden Menschen dieses Anliegen mittragen. Wir setzen deswegen alles daran, sicherzustellen, dass die örtlichen Gemeinschaften den jeweiligen Park als ihren Nationalpark betrachten und ein ureigenes Interesse an seiner Zukunft haben. Die Bevölkerung soll erfahren, welchen Nutzen die Erhaltung der Natur bringt. Ein Teil der Nationalparkeinnahmen wird für lokale Entwicklungsprojekte eingesetzt, zum Beispiel für den Bau von Schulen, Krankenpflegestellen, Wasserversorgungen und Straßen. Die Menschen in den Dörfern werden ermuntert, kulturell geprägte Tourismusprojekte zu entwickeln und sich so neue Erwerbsmöglichkeiten zu schaffen. Nicht wenige Einheimische arbeiten in den Nationalpark-Lodges, bei Reiseveranstaltern und für die TANAPA, wo sie besonders im Kampf gegen Eindringlinge mithelfen, welche die Parks aus Profitgier oder auch aus persönlicher Not heimsuchen.
Bei diesen Eindringlingen handelt es sich nicht nur um herkömmliche Wilderer, die Elefanten wegen des Elfenbeins oder Rhinozerosse wegen ihres Horns töten wollen, sondern auch um Leute, die Honig sammeln, illegal fischen und jagen, damit sie zu essen haben, die Bäume schlagen, um sie für den Hausbau oder als Feuerholz zu verwenden, und die traditionelle Heilpflanzen sammeln, welche in nicht geschützten Gebieten selten geworden sind. Wenn die Dorfbewohner dank des Parks Arbeit haben und begreifen, dass auch die Gemeinschaft vom Park profitiert, werden sie mit größerer Wahrscheinlichkeit das Schutzgebiet verteidigen und Wilddiebstahl sowie andere Diebstähle melden. Wir arbeiten mit den Dörfern zusammen, zeigen den dort lebenden Menschen, wie man nachhaltig mit der Natur umgeht, unterstützen sie bei der Pflanzung von Bäumen und bei der Einrichtung von Baumschulen. Wir ermutigen die Menschen, sowohl ihr kulturelles Erbe als auch die Natur zu schützen.

AUSBLICK

Die Zukunft der Nationalparks hängt von denen ab, die diese Gebiete erben werden. Wir von der TANAPA bemühen uns darum, möglichst gute Voraussetzungen für die Zukunft zu schaffen, indem wir die einheimische Bevölkerung über die Wichtigkeit der Parks aufklären. Wir zeigen in den Dörfern entsprechende Videos auf Swahili, stellen den Schulen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und fördern die Lehrerausbildung. Schulen und Dorfgruppen werden kostenlose Besuche der Nationalparks angeboten, damit den Einheimischen vor Ort gezeigt werden kann, wie wichtig die Erhaltung dieser Lebensräume ist.

Die Unterstützung von Forschungsprojekten ist ein wichtiger Teil unseres Einsatzes für die Zukunft. Tansanias Schimpansen sind Gegenstand einer Studie, die bereits länger läuft als irgendein anderes Forschungsprojekt dieser Art. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die in Tansanias Nationalparks arbeiten, entdecken auch weiterhin unbekannte Arten von Schmetterlingen, Vögeln, Käfern und Pflanzen. Und regelmäßig beschäftigen sich Untersuchungen mit der Anzahl und der Verteilung der Tiere, mit der Einwanderung von ortsfremden Tieren, mit der Wasserqualität und mit den Gründen für den Ausbruch von Krankheiten.

Die Nationalparks bedeuten Schutz für viele Tiere, die andernfalls von der Ausrottung durch den Menschen bedroht wären. Die Parks sorgen dafür, dass dem Schwinden der natürlichen Lebensräume Einhalt geboten wird; hier können sich die Tiere in Ruhe und Sicherheit fortpflanzen, bedrohte Arten können sich erholen. Wenn alle mitarbeiten, werden diese lebenswichtigen Ökosysteme bestehen bleiben und zum Wohl künftiger Generationen beitragen.